Was wir herausgefunden haben…

Mai 6, 2008

Wir haben im Rahmen unseres Projekts innerhalb des "StudiVZ" in verschiedenen Richtungen "Feldforschung" betrieben. Zu allererst haben wir einen Fake-Account im "StudiVZ" erstellt und damit eine falsche Identität inszeniert. Diesen Account haben wir im Laufe des Projekts beobachtet und die Ergebnisse im Blog zusammengefasst. Für das weitere Arbeiten schien uns eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema "Selbstinszenierung im Netz" eine wichtige Basis zu sein. Auf dieser Grundlage haben wir einen Fragebogen erstellt und 100 User des "StudiVZ" über ihre Nutzungsgewohnheiten befragt. Diesen Fragebogen kann man jetzt auch online auf unserem Blog ausfüllen. Die bisherigen Ergebnisse haben wir inzwischen statistisch und graphisch ausgewertet. Zusätzlich haben wir auch persönliche Meinungen zum "StudiVZ" in Form von Audio-Interviews eingefangen. Um auch eine kritische Haltung gegenüber dem "StudiVZ" miteinzubeziehen, haben wir uns an den Internet-versierten Informatikstudenten Toto gewendet und mit ihm ein Interview im ICQ geführt. Er hat den AGB widersprochen und ist daraufhin aus dem "StudiVZ" rausgeschmissen worden. Grund genug uns die AGB selbst mal genauer anzuschauen. Entstanden ist daraus ein reflexiver Audiobeitrag.

Ausgehend von diesen unterschiedlichen Forschungen können wir nun ein Fazit formulieren.
Wir haben festgestellt, dass das "StudiVZ" ein typisches Forum des Web2.0 ist. Web1.0 war und ist reine "Inszenierung". d. h. Websites werden für den User kreiert und "verkaufen" in der Regel ein bestimmtes Image. Web2.0 hingegen wird direkt vom User kreiert und ist permanent veränderbar. Plattformen wie das "StudiVZ" können hier funktionieren. Das "StudiVZ" bindet den User direkt ein. Diesem ist es ein großes Bedürfnis authentisch zu sein. Er benutzt dazu die gegebenen Mittel der Inszenierung. Er setzt sich eine "Maske" auf, die für ihn Identität und Authentizität bedeutet. Dabei sind dem User automatisch Grenzen gesetzt, die es verhindern, dass er vollends authentisch ist, denn er muss selektieren. Dabei scheint er dieses Defizit nicht bei sich selbst, wohl aber bei anderen wahrzunehmen: 90% der von uns befragten Studenten sind der festen Überzeugung, dass ihr "StudiVZ"-Profil der Wahrheit entspricht und somit authentisch ist. Gleichzeitig glauben ebenso viele, dass die meisten Angaben im "StudiVZ" nicht der Wahrheit entprechen und somit beschönigt bzw. manipuliert sind.

Selbstinszenierung ist sicherlich ein menschliches Bedürfnis, das vom "StudiVZ" bedient wird. Weil es sich hierbei um eine alltagsästhetische und damit eine subtilere Art der Inszenierung handelt, wird sie nicht sofort als solche wahrgenommen und hat sich für die zwischenmenschliche Kommunikation etabliert.


Flughafen Tempelhof – Verlierer sind Gewinner? Teil 2

Mai 1, 2008

Wieder einmal beweist sich die Springer-Presse als schlechter Verlierer. Da wird seit Sonntag gelabert, lamentiert und gehetzt, warum denn wohl der Osten Berlins so massiv gegen den Flughafen Tempelhof gestimmt hat.

Ganz einfach: Der intelligente Ossi hat wichtigeres zu tun, als sich um eine derartige politische Totgeburt zu kümmern und sich an einem Denkmal des kalten Krieges zu ereifern.
Und liebe Springer’s – noch was: Es waren nicht die Ami’s und der Rest der westlichen Allieerten mit ihrer Luftbrücke die über Tempelhof Berlin "gerettet" haben, sondern es waren die Ami’s mit ihrer Besatzungs- und Finanzpolitik, die Berlin erst einmal in diese Situation gebracht haben.
Und noch was: Im Gegensatz zum Palast der Republik, dessen Erhalt den Ossi’s am Herzen lag, steht der Gebäudekomplex des Flughafens unter Denkmalschutz. Er wird also nicht abgerissen, wie der PdR und bleibt als baulisches und von mir aus auch als politisches Denkmal bestehen. Also hört verdammt noch mal auf zu jammern!!!
Und das die Gebäude unter Denkmalschutz stehen, ist auch in Ordnung so, denn der Flugplatz hatte ja auch mal eine Geschichte des technischen Fortschritts und war mal der modernste und größe Flughafen Europas. Deswegen plädiere ich für ein Flugzeugmuseum auf dem Flughafengelände, statt Rummel, Fussballfeld und Skaterbahn und ohne Flugbetrieb. Das Gelände wäre dafür hervorragend geeignte und es wäre für Berlin eine weitere Attraktion.